Es klingt nach Zukunftsmusik, aber an der Technischen Universität Darmstadt entwickeln Forscher einen Roboter für Operationen im Bauchraum.
Es klingt nach Zukunftsmusik, aber an der Technischen Universität Darmstadt entwickeln Forscher einen Roboter für Operationen im Bauchraum. Der ferngesteuerte Robochirurg soll besonders feinfühlig sein und minimal-invasive Eingriffe ermöglichen.
Sein Spezialgebiet sei die Entfernung von Tumoren des Enddarms. Eingeführt wird er nicht mit einem Schnitt, sondern über natürliche Körperöffnungen. Das vereinfacht den Heilungsprozess. Der Arzt steuert dann den Roboter über einen Bedientisch, der ungewollte Bewegungen wie Zittern austariert. Eine Mini-Kamera und feinfühlige Sensoren sorgen für die nötige Orientierung.
Später soll sogar eine automatisierte Funktion für Schritte wie das Setzen von chirurgischen Nähten möglich sein. "Bei der Realisierung der ausgeklügelten Feinstmechanik und Antriebstechnik sind wir bis an die technischen Grenzen gegangen", sagt Professor Dr. Helmut F. Schlaak, Leiter des Fachgebiets Mikrotechnik und Elektromechanische Systeme. Gemeint ist damit die sensible Sensorik, die dem Roboter eine Art Tastsinn verleiht. Damit kann er theoretisch gesundes Gewebe von krankhaftem unterscheiden.
Die Entwickler denken schon viele Schritte in die Zukunft. Über Telemedizin sollen sich bei Bedarf Chirurgen aus der Ferne hinzuschalten können, um etwa auch heikle Operationen in Krisengebieten durchzuführen. Und die maschinelle Feinfühligkeit könnte auch auf andere Gebiete übertragen werden, wie das Entschärfen von Bomben oder Arbeiten an Nuklearanlagen.