Level Up: Videospiele helfen beim lernen

Videospiele sind Zeitverschwendung? Mitnichten, denn wie eine aktuelle Untersuchung jetzt darlegt, könnten Gamer einen Lernvorteil haben. Wer hätte das gedacht?


Videospiele sind Zeitverschwendung? Mitnichten, denn wie eine aktuelle Untersuchung jetzt darlegt, könnten Gamer einen Lernvorteil haben. Wer hätte das gedacht? Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum stellten sich die Frage, ob der Hirnbereich, der unter anderem für das Lernen zuständig ist, bei Computerspielern verändert ist.

Prof. Dr. Boris Suchan, Sabrina Schenk und Robert Lech untersuchten je 17 Teilnehmer, die häufig actionbasierte Spiele spielen und solche, die nicht regelmäßig zocken. Beide Gruppen absolvierten den sogenannten "Wettervorhersagetest", der das Lernen von Wahrscheinlichkeiten erfasst. Die Wissenschaftler zeigten den Probanden Spielkarten, die entweder Regen oder Sonnenschein vorhersagen. Sie sollten dann einschätzen, welche Karten zu welchem Wetter passt und anschließend anhand der Rückmeldungen durch die Prüfer erlernen, welche Kombination welcher Wettervorhersage entspricht.

"Unsere Studie zeigt, dass Videospieler besser darin sind, Situationen schnell zu erfassen, neues Wissen zu generieren und Wissen zu kategorisieren - und das vor allem in Situationen mit hoher Unsicherheit", sagt Erstautorin Sabrina Schenk, die auch gleich eine Erklärung parat hat: "Wir glauben, dass Videospiele bestimmte Gehirnregionen wie den Hippocampus trainieren." Diese Erkenntnis könnte letztlich auch für ältere Menschen nützlich sein, denn bei ihnen führen Veränderungen im Hippocampus dazu, dass die Gedächtnisleistung nachlässt.