Zugunglück in Spanien: Wirtschaftsminister übernimmt vorübergehend Verkehrsressort
AFP4. November 2026, 12:49 UhrVERKEHR
Nach dem Rücktritt des spanischen Verkehrsministers wegen der tödlichen Zugkollision hat Regierungschef Pedro Sánchez seinem Wirtschaftsminister die Zuständigkeit für das Verkehrsressort übertragen. Er sicherte den Unglücksopfern weiter Unterstützung zu.
Nach dem Rücktritt des spanischen Verkehrsministers wegen einer erneuten tödlichen Zugkollision hat Regierungschef Pedro Sánchez seinem Wirtschaftsminister die Zuständigkeit für das Verkehrsressort übertragen. "Wir werden weiter alles in unserer Macht Stehende tun, um den Menschen, die von diesem schrecklichen Unfall betroffen sind, zu helfen und die Normalität in unser Hochgeschwindigkeitsnetz wiederherzustellen", versicherte der sozialistische Regierungschef am Mittwoch.
Ein paar Stunden zuvor war am Dienstagabend Verkehrsminister Oscar Puente zurückgetreten und hatte außerdem seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 29. November erklärt. Er zog damit die Konsequenzen aus der Zugkollision südlich von Madrid, bei der vorige Woche 69 Menschen ums Leben gekommen waren. Auf der gleichen Strecke hatte es bei einem Zugunglück im Januar bereits 46 Todesopfer gegeben.
Wegen der bevorstehenden Neuwahl des spanischen Parlaments ernannte Sánchez keinen neuen Verkehrsminister, sondern übertrug das Verkehrsressort übergangsweise an Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo. Zu Puentes Rücktritt erklärte Sánchez, er akzeptiere die Entscheidung "mit Dankbarkeit und Respekt", sie zeige "politische Würde".
Puente hatte am Dienstag erklärt, er habe seine Rücktrittsentscheidung bereits in den ersten Minuten getroffen, nachdem er von dem Zugunglück nahe der Gemeinde Urda erfahren habe. Dort war am Mittwoch vergangener Woche ein Hochgeschwindigkeitszug mit hohem Tempo auf einen stehenden Hochgeschwindigkeitszug aufgefahren, so dass 69 Menschen starben und zahlreiche weitere verletzt wurden.
Die spanische Opposition hatte Puente dafür kritisiert, dass er einen Mitarbeiter der Zugleitstelle allein verantwortlich gemacht habe, der ersten Ermittlungen zufolge nach einem Ausfall des automatischen Leitsystems falsche Anweisungen gegeben hatte. Bei dem Urnengang Ende des Monats muss Sánchez' Minderheitsregierung Umfragen zufolge ihre Abwahl befürchten.