UN-Bericht: Hilfsgelder für Klimaanpassung müssen verdreifacht werden

Durch Taifun ausgelöste Wellen an Küste Taiwans Bild: AFP

UN-Bericht: Hilfsgelder für Klimaanpassung müssen verdreifacht werden

Wegen der immer stärkeren Auswirkungen der Klimakrise fordert die UNO, die Hilfsgelder für die Klimaanpassung ärmerer Länder in den nächsten Jahren nahezu zu verzehnfachen. Bis 2035 müssten diese Mittel auf 305 Milliarden Dollar jährlich steigen.

Angesichts der immer stärkeren Auswirkungen der Klimakrise fordert die UNO, die Hilfsgelder für die Klimaanpassung ärmerer Länder in den kommenden Jahren nahezu zu verzehnfachen. Bis 2035 müsse die internationale Klimaanpassungsfinanzierung auf 305 Milliarden Dollar (273 Milliarden Euro) jährlich steigen, heißt es im jährlichen sogenannten Adaptation Gap Report, den das UN-Umweltprogramm (Unep) am Mittwoch veröffentlichte. 

Die Klimafinanzierung wird voraussichtlich ein zentraler Streitpunkt bei der bevorstehenden UN-Klimakonferenz im türkischen Antalya (COP31) sein.

Gemäß der Vereinbarungen im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen müssen die reichen Industriestaaten, die maßgeblich für die fortschreitende folgenschwere Erderwärmung verantwortlich sind, die Entwicklungsstaaten bei der Klimaanpassung finanziell unterstützen. Anpassungsmaßnahmen sind beispielsweise der Bau von Dämmen gegen Überflutungen, der Anbau von weniger Dürre-anfälligen Nutzpflanzen oder der Bau von Häusern, die weniger von den Folgen des Klimawandels bedroht sind.

UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, der nun vorgelegte Unep-Bericht offenbare "einen erschreckenden Fehlbetrag". "Für jeden Dollar, den Entwicklungsländer für Anpassungsmaßnahmen benötigen, erhalten sie nur zehn Cent", führte er aus. "Wir wissen, wer am stärksten gefährdet ist. Wir wissen, was funktioniert. Was fehlt, ist das Geld - und der politische Wille", kritisierte Guterres. Die Welt stehe vor einer "einfachen Wahl: Heute in Anpassung investieren oder morgen für Katastrophen bezahlen."

Laut Unep haben die Industriestaaten 2024 zwischen 28,2 Milliarden und 31,7 Milliarden Dollar an Anpassungshilfen bereitgestellt. Dies sei nur eine kleine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Damit seien die reichen Staaten aber nicht auf Kurs hinsichtlich ihrer Zusage bei der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow, die Anpassungfinanzierung bis 2025 auf einen Stand von 40 Milliarden Dollar jährlich zu verdoppeln. 

Bei der COP30 im vergangenen Jahr in Brasilien enthielt die Abschlussvereinbarung zudem den Aufruf, die Anpassungsfinanzierung bis 2035 im Vergleich zu 2019 zu verdreifachen. Laut Unep würde dies je nach Interpretation der COP30-Entscheidung 85 bis 120 Milliarden Dollar pro Jahr bedeuten. Dies seien allerdings nur 20 bis 29 Prozent von der Summe, die tatsächlich zur Anpassung an die sich intensivierende Klimakrise notwendig ist, kritisierte das UN-Umweltprogramm.