Hunderte Aktivisten besetzen Baustelle von Microsoft-Rechenzentrum in Amsterdam

Polizeieinsatz in Amsterdam Bild: AFP

Hunderte Aktivisten besetzen Baustelle von Microsoft-Rechenzentrum in Amsterdam

Hunderte Aktivisten haben in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam die Baustelle eines geplanten Microsoft-Rechenzentrums besetzt. Sie legten die Bauarbeiten für einen Tag lahm. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen.

Mehrere hundert Aktivisten haben in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam die Baustelle eines geplanten Rechenzentrums des US-Konzerns Microsoft besetzt. Die Protestierenden drangen am Freitag trotz Polizeipräsenz über Absperrzäune auf das Gelände im Stadtteil Sloterdijk vor und legten die Bauarbeiten für einen Tag lahm. Nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP nahm die Polizei zwischen 150 und 200 Menschen fest.

Zu der Aktion hatten das Klimaschutzbündnis Geef Tegengas und die Umweltorganisation Fossielvrij aufgerufen. Auf dem Baustellengelände riefen die Aktivisten politische Parolen und sprühten gegen Microsoft gerichtete Schriftzüge auf Mauern. Ein Teil der Demonstrierenden verließ das Gelände schließlich freiwillig.

"In diesem Rechenzentrum kommen so viele Dinge, so viele Kämpfe zusammen", sagte der Sprecher von Geef Tegengas, Nathan Timmer, der Nachrichtenagentur AFP. Die Anlage werde so viel Energie verbrauchen wie sämtliche Haushalte Amsterdams zusammen und zudem enorme Mengen Wasser benötigen, kritisierte der 30-Jährige. Er warf Microsoft außerdem vor, mit dem Rechenzentrum den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) für militärische Zwecke zu unterstützen.

Rechenzentren für KI-Anwendungen benötigen große Mengen Strom und häufig auch Wasser zur Kühlung. Weltweit wächst der Widerstand gegen solche Anlagen wegen ihrer Umweltfolgen. Kritiker bemängeln zudem Lärm, Verschmutzung und die vergleichsweise geringe Zahl neuer Arbeitsplätze.

Ein Zusammenschluss von Umweltorganisationen unter dem Namen Stop Dirty Data Centers hatte für Freitag und Samstag zu Protestaktionen in mehreren europäischen Ländern aufgerufen. Die Organisationen fordern einen Baustopp für neue Rechenzentren. Microsoft reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von AFP.