Rudolf Huber/mp26. Februar 2018, 11:32 UhrGESUNDHEIT
Wie weit sind die umfangreichen Leistungsausweitungen ein Jahr nach der Pflegereform bei den Betroffenen angekommen? Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat die Probe aufs Exempel gemacht und in einer repräsentativen Umfrage interessante Informationen gesammelt.
Wie weit sind die umfangreichen Leistungsausweitungen ein Jahr nach der Pflegereform bei den Betroffenen angekommen? Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat die Probe aufs Exempel gemacht und in einer repräsentativen Umfrage interessante Informationen gesammelt. So fühlen sich 33 Prozent von den versorgten Pflegebedürftigen über die Leistungen der Pflegeversicherung nicht sehr gut informiert. Und sogar in 70 Prozent der Fälle wird der monatliche Entlastungsbeitrag von 125 Euro offenbar nicht genutzt.
Immerhin 25 Prozent der Befragten, die bereits vor 2017 gepflegt haben, geben an, seit den Pflegereformen mehr Angebote wie etwa Alltagsbegleitungen nutzen zu können. 21 Prozent können sich mehr Auszeiten von der Pflege nehmen. Von denjenigen, die bereits seit 2014 und früher gepflegt haben und damit alle Leistungsverbesserungen seit 2015 aktiv erlebt haben, nehmen zumindest 26 Prozent Verbesserungen in Bezug auf die Angebote wahr.
"Unsere Ergebnisse zeigen Licht und Schatten", so ZQP-Chef Ralf Suhr. "Pflegende Angehörige berichten von Verbesserungen seit den Reformen. Zugleich steht zu befürchten, dass die Leistungsausweitungen noch nicht in erhofftem Maße in der häuslichen Pflege angekommen sind. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass die nötigen Angebote wie zum Beispiel Tagespflegeeinrichtungen, nicht überall in ausreichendem Umfang vorhanden sind."