Masern, Keuchhusten und Windpocken gelten gemeinhin als Kinderkrankheiten. Das heißt aber noch lange nicht, dass nur junge Patienten davon betroffen sind. 2017 war beispielsweise jeder dritte Masern-Patient älter als 20 Jahre, bei Keuchhusten sind sogar mehr als die Hälfte der Betroffenen Erwachsene. Und das Gefahrenpotenzial ist enorm.
Masern, Keuchhusten und Windpocken gelten gemeinhin als Kinderkrankheiten. Das heißt aber noch lange nicht, dass nur junge Patienten davon betroffen sind. 2017 war beispielsweise jeder dritte Masern-Patient älter als 20 Jahre, bei Keuchhusten sind sogar mehr als die Hälfte der Betroffenen Erwachsene.
"So wie sich diese Krankheit bei uns zeigt, trifft der Begriff Kinderkrankheit einfach nicht mehr zu", sagt Dr. Anette Siedler von der Abteilung Infektionsepidemiologie und Impfprävention des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".
Gefürchtet sind diese Krankheiten bei Erwachsenen wegen der möglichen Komplikationen. Insbesondere Masern treffen ältere Patienten oft sehr viel schwerer als Kinder. Dabei wären viele Krankheitsfälle zu verhindern - durch Impfungen. "Bei den Älteren gibt es teils erhebliche Impflücken," sagt Siedler.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät deshalb allen zu einer Masern-Immunisierung, die nach 1970 und nur einen oder keinen entsprechenden Nachweis im Impfpass haben. Der übliche Dreifachimpfstoff schützt vor Masern, Mumps und Röteln. "So kann auch verhindert werden, dass Schwangere an Röteln erkranken", sagt die Expertin.
Bei Keuchhusten ist die Auffrischung besonders wichtig, denn eine lebenslange Immunität nach Erkrankung oder Impfung gibt es nicht. Es werden Kombinationsimpfstoffe verwendet, die gleichzeitig gegen Tetanus, Diphterie und Keuchhusten helfen. Vierfachimpfstoffe enthalten zudem Antikörper gegen Kinderlähmung.