In Deutschland gibt es immer mehr dicke Kinder. Da gibt es nichts zu beschönigen. Doch das liegt nicht nur an der falschen Ernährung oder mangelnder Bewegung. Ein wichtige Rolle dabei spielt auch, dass überschüssige Kilos bei kleinen Kindern viel zu oft verharmlost werden.
In Deutschland gibt es immer mehr dicke Kinder. Da gibt es nichts zu beschönigen. Doch das liegt nicht nur an der falschen Ernährung oder mangelnder Bewegung. Ein wichtige Rolle dabei spielt auch, dass überschüssige Kilos bei kleinen Kindern viel zu oft verharmlost werden. "Wenn eine Dreijährige drei Kilo zu viel wiegt, wird das häufig als Baby-Speck abgetan, der von alleine vergeht", sagt Dr. Susanna Wiegand, Leiterin der Adipositas-Ambulanz an der Charité Kinderklinik in Berlin, im Apothekenmagazin "Baby und Familie". "Hochgerechnet auf eine Erwachsene entspräche das 15 Kilo - das ist definitiv zu viel."
Prof. Dr. Wieland Kiess, Leiter der Kinderklinik des Universitätsklinikums Leipzig, betont: "Baby-Speck bei Kindern ist weder niedlich noch harmlos." Laut Studien bleibt ein hohes Körpergewicht in frühem Alter oft bestehen oder nimmt sogar zu. Und die zusätzlichen Kilos haben Folgen: "Übergewichtige Kleinkinder können sich häufig schlechter bewegen. Das hemmt sie in ihrer Entwicklung", sagt Wiegand. Auch Gelenkschmerzen und hoher Blutdruck können schon bei Kindergartenkindern auftreten und so spätere Stoffwechselstörungen fördern, zum Beispiel Diabetes.
Eltern sollten Kinder aber auf keinen Fall auf Diät setzen. Es genügt, wenn sie das Gewicht halten, schließlich wachsen sie noch. Dadurch reguliert sich ihr Gewicht sozusagen von alleine. Wichtig ist, dass Eltern die Ursachen erforschen. Häufig lohnt sich ein Blick auf die Ernährung. Experten raten, mehrere Tage zu notieren, was das Kind isst und trinkt.
Eltern sollten auch die Gewohnheiten im Familienalltag überdenken. Denn der Körper braucht Pausen, damit sich der Blutzuckerspiegel reguliert. Zudem benötigen Kinder viel Bewegung. Es geht vor allem darum, im Alltag möglichst aktiv zu sein, etwa mit dem Laufrad zum Einkaufen zu fahren oder zu Fuß in den Kindergarten zu gehen.