Rudolf Huber/mp21. November 2018, 11:41 UhrGESUNDHEIT
Für viele Betroffene und ihre Angehörigen ist das eine wichtige Frage: Dürfen Menschen mit Diabetes trotz ihrer Stoffwechselerkrankung hinters Steuer? Die Medizin hat darauf eine eindeutige Antwort.
Für viele Betroffene und ihre Angehörigen ist das eine wichtige Frage: Dürfen Menschen mit Diabetes trotz ihrer Stoffwechselerkrankung hinters Steuer? Die Medizin hat darauf eine eindeutige Antwort.
"Diabetes ist kein Grund, jemandem die Fahreignung abzusprechen", betont Professor Reinhard Holl von der Universität Ulm im Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber". Er ist einer der Autoren der Leitlinie "Diabetes und Straßenverkehr" der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Ein Problem bei Diabetes ist, dass manche Betroffene zu schweren Unterzuckerungen neigen. Mögliche Folgen sind Bewusstseinsstörungen oder gar Bewusstlosigkeit. Dies erhöht das Unfallrisiko enorm. Deshalb gilt: Wer ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen hat, sollte vor Fahrtantritt seinen Blutzucker messen und dokumentieren. Wie hoch der Wert mindestens sein sollte, bevor man losfahren darf, weiß der Hausarzt. Ist der Wert niedriger, muss er zum Beispiel mit Traubenzuckerplättchen angehoben werden. Losfahren darf man jedenfalls erst, wenn der Spiegel im sicheren Bereich liegt, so Holl.
Nicht ans Steuer sollte man aber zu Beginn einer Insulintherapie. Denn bis die richtige Dosis gefunden ist, kann das Risiko für Unterzuckerungen erhöht sein. Das gilt auch, wenn die Dosis bestimmter blutzuckersenkender Medikamente erhöht wird.